Mehlprimeln begeistern bei den Kulturtagen

Im Landboten der Augsburger Allgemeinen war dazu folgender Artikel zu lesen:

Kreuzfahrt statt Altersheim

Zum Auftakt der Kulturtage verpflichtete die Theaterabteilung des SSV Margertshausen die Brüder Reiner und Dietmar Panitz – unter dem Namen "Mehlprimeln" sind sie seit fast 40 Jahren im schwäbisch-bayerischen Raum ein Begriff für Kleinkunst, Satire und Musik. Vor 300 Zuschauern stellten sie in der Schwarzachhalle ihr neues Programm vor. Es trägt den Titel: "Kurz vorm Gebiss".

Mehlprimeln

Wortspielereien zu den aktuellen Themen: Die Politik, die Piratenpartei als "Facebookgemeinde", die Gesundheitsreform, die Überalterung unserer Gesellschaft, die Lebensmittelskandale und schließlich auch Beziehungskrisen und Schönheitschirurgie kamen diesmal in Vers- und Liedform voller Witz und Ironie zur Sprache. Die Wortspielereien der beiden Brüder sind grandios, hintersinnig, man könnte platzen vor Lachen. Gemeinsame Auftritte mit Gerhard Polt, Dieter Hildebrandt und der Münchner Lach- und Schießgesellschaft können die beiden Kabarettisten vorweisen. Bei allem Wortwitz bleiben ihre Sketche stets tiefgründig und hintersinnig. Die Brüder nahmen besonders die Senioren und die Rentner unter die Lupe: "Jung ist ein Mensch, der mit dem Alter nicht mithält", sagte Reiner Panitz und spielte damit auf die "Apotheken-Umschau" an. Herzschrittmacher, Blutdruckmessgerät und Demenz waren ebenso Schlagworte wie Viagra. Und sie rechneten vor: Die Kosten für die Unterbringung im Altersheim seien höher als die für eine Kreuzfahrt mit der Aida! Auch die Klimakatastrophe war ein Thema: "Wenn im Schlafzimmer der geografische Nordpol ist, wenn die Frau abgekühlt ist und nicht mehr dahin schmilzt, ist die Klimakonferenz angesagt."

Mehlprimeln

Die „Mehlprimeln“ gingen auch einer brisanten Frage nach: Wer kümmert sich eigentlich um die Hinterlassenschaften unserer geliebten Vierbeiner? Der Song "Hundekacke-Tütchen" erläuterte die Problematik recht anschaulich. Mit Gitarre, Klarinette und Harfe bewiesen die beiden Künstler auch ihr musikalisches Können. Schließlich musste noch Heinos Schnulze "Bergvagabunden" für eine Parodie herhalten, in der es um Biwak und Zwieback ging. Drei Zugaben hatten die Brüder noch in petto. (soc)