Hillu's Herzdropfa - "Herzdropfa" helfen für fast

Kabarettabend des SSV Margertshausen sorgt für Bauchmuskelkater (von Marcus Angele)

Margertshausen  Mit dem Duo Hillu Stoll und Franz Auber alias "Hillu´s Herzdropfa" hatten die Theaterfreunde des SSV Margertshausen wieder den richtigen Riecher: Über zweieinhalb Stunden sorgten die beiden schwäbischen Mundart-Kabarettisten im ausverkauften Sportheim für Schenkelklatscher und Lacher im Minutentakt.

"Die Globalisierung macht auch in Margertshausen nicht halt. Darum haben wir diesmal internationale Gäste aus Baden-Württemberg eingeladen",  begrüßte Theaterleiter Christian Eller grinsend das Publikum zum elften Kabarettabend des SSV Margertshausen. Hillu Stoll und Franz Auber sind Vollblut-Komiker. Bekannt sind sie vor allem im schwäbischen Raum rund um Ulm. Auch im Fernsehen sind sie mittlerweile öfters zu sehen, wie zum Beispiel bei der Memminger Faschingssitzung "Schwaben weiß-blau". Prämiert wurden die beiden im Jahr 2016 mit dem Sebastian-Blau-Preis für ihr schwäbisches Mundart-Kabarett.

Ohne große Einleitung geben die beiden Künstler auch sofort Gas. "Verstandet ihr uns iberhaubt", frägt Hillu Stoll nach einem ausdrucksstarkem Disput mit ihrem Partner Franz, wer jetzt das Publikum begrüßen darf. Und wenn Hillu dann in Fahrt ist, dann rattert das Mundwerk wie eine Maschinenpistole und Franz muss mit seinen Weisheiten so gut es geht dagegenhalten. Auf ihre fehlende Größe angesprochen, hat sie natürlich auch sofort eine Antwort parat: "Woisch, in de kloine Fläschla isch´s Gift". Fließend verwandeln sich die beiden in verschiedenste Charaktere. Ob als Doktor oder Krankenschwester, Bräuwirtin und Bierkutscher oder als schlicht gestrickte Feuerwehrmänner - die beiden verstehen es meisterhaft, mit teils derbem Sprachwitz und urkomischer Mimik das Publikum mit den Banalitäten aus dem täglichen Leben zu begeistern.

Hillu´s Paraderolle ist aber definitiv Bäuerin Lena. Mit ihrem einfältigen Mann "Maddeis", wunderbar naiv von Franz Auber gespielt, hat es die resolute und wortgewaltige Bäuerin schon schwer. Geheiratet hat sie ihn auch nur, weil er einen roten Bulldog hat. Weil "auf dr Alb hant die reiche Baura en roten und die arme en grüna Bulldog".  Aber auch im Elektronikmarkt bringt sie den Verkäufer bald an seine Grenzen. Hier biegen sich die Zuschauer vor Lachen, wenn er der technikresistenten aber doch altklugen Bäuerin anfangs noch freundlich das neue Navigationsgerät für ihren Bulldog erklären und programmieren möchte.

 

Sehr amüsant ist auch das Aufeinandertreffen der Generationen im Wartezimmer eines Arztes, wenn sich der leicht schwerhörige Opa ("Friedhofsverweigerer") mit der jungen aufgestylten Tussi ("junger Misthaufa") über Anstand, Mode und Alter zankt. Bei der Feuerwehr geht es dagegen etwas ruhiger zu und wenn´s brennt, dann kommen sie meist erst, wenn die Maurer schon wieder aufbauen.

Das Publikum wird im Laufe des Programms immer wieder herrlich eingebunden und so entsteht eine durchwegs heitere und ausgelassene Stimmung im Saal, die am Schluss mit verdient langanhaltendem Applaus und einer Zugabe endet. Willi Steiger und Gottfried Biber übergaben zum Schluss noch  Gastgeschenke an die beiden Akteure und Steiger gestand, dass er jetzt schon Muskelkater vom Lachen hat. Den dürften vom Publikum dank der "Herzdropfa" in den nächsten Tagen einige haben.