Helmut A. Binser - Mit und ohne Freibier, einfach klasse

Helmut A. Binser begeistert in Margertshausen mit zünftigem und spitzbübischem Humor (von Marcus Angele, Augsburger Allgemeine, 22.10.2018)

Eines muss man den Margertshauser Theaterfreunden lassen: Ihr Gespür für gute Unterhaltung ist sehr gut ausgeprägt. Nicht nur mit ihren Theaterstücken liegen sie immer in der Gunst der Zuschauer, auch mit ihrem Kabarettabend begeistern sie Jahr für Jahr. Diesmal hatten sie den Kabarettisten Helmut A. Binser zu Gast - und der ganze Saal bog sich fast den ganzen Abend bei seinen manchmal albernen aber oft sehr hintersinnigen Geschichten vor Lachen.

"Viel braucht er nicht, der Binser", sagt Margertshausens 'Kabarettbeauftragter' Gottfried Biber vor der Veranstaltung, "schwarzer Hut, schwarzes T-Shirt und schwarze Hose. Dazu seine Instrumente und noch einen Tisch für sein Bier". Er ist schon länger ein Fan des lustigen, bei uns aber eher noch unbekannten Oberpfälzers, der vor ein paar Jahren noch als "Praktikant" mit Martina Schwarzmann unterwegs war. Hauptsächlich ist Binser auf den kleineren Bühnen in Bayern, Österreich und Baden Württemberg daheim, ist aber auch gelegentlich im Bayerischen Fernsehen zu sehen.

Es dauert keine fünf Minuten, da hat der sympathische Musikkabarettist den ausverkauften Saal für sich gewonnen. Binser beherrscht von Anfang an das humorige Zusammenspiel mit dem Publikum und er improvisiert auch mit viel Vergnügen. So erzählt Binser zum Beispiel, dass er schon vier Stunden früher nach Margertshausen gekommen sei, um sich die Sehenswürdigkeiten in der Gemeinde anzuschauen - "guat, i bin dann davon dreiahalb Stund da hinten in meiner Umkleide gsessen" - resümiert er dann schließlich achselzuckend unter dem Gelächter der Zuschauer. Immer wieder darf das Publikum bei seinen Liedern mitsingen oder sich auch einmal als Echo betätigen. In seinen Erzählungen und Liedern nimmt das urige bayerische Original hauptsächlich den Alltagswahnsinn mit viel Selbstironie aufs Korn.

So sei er trotz seiner "Lebensmittelschwangerschaft" schon sportlich, nahm erfolgreich beim Blitzermarathon teil und hat 2017 mehrfach zum Rauchen aufgehört. Seine Schnupftabaksucht bekämpft er mit Belladonna-Globuli, die aber ab und zu lustig aus der Nase an die Windschutzscheibe klatschen.  Zuhause geht auch nicht immer alles so glatt, wenn er den Namen seiner schwangeren Frau verwechselt, einen Tomatenfisch beim Dosenöffnen in der ganzen Küche verteilt oder mit dem Opa in den Wald zum Holzmachen geht und dieser dann Ein-Mann-Mikado spielt, wenn der Baum fällt. "Drei neue Bulldog ham mer deswegen schon kaufa müssn". Sein Lehrer verzweifelte an ihm und sagte immer nur "Von Schweinen kann man kein Rindfleisch erwarten", was er aber nicht verstand. Die Schule hat er schließlich mit der Note 3,8 abgeschlossen - aber das war ja noch zu D-Mark-Zeiten, was jetzt ja ungefähr 1,9 bedeuten würde. Ja und sein Nachbar, des is a Depp, aber der denkt wohl genauso.

Binser gelingt es bravourös, die Dinge, die uns alle irgendwie bewegen und die wir uns vielleicht nur denken, in seinen Liedern spaßig, teils aber auch mit einer Prise schwarzen Humors umzusetzen. Als Letztes gibt er musikalisch den wohlgemeinten Tipp: Ma muass oft nur a bisserl warten, dann regelt sich alles von alloa. Ma muass oft bloß a bissal Zeit ham, mehr braucht ma gar ned doa“.

Frei nach Binsers neuem Programm "Ohne Freibier wär das nie passiert" überreichten ihm die Theaterfreunde  Willi Steiger, Christian Eller und Gottfried Biber zum Dank für einen wunderbaren Abend eine Kiste regionale Bierspezialitäten.